Lesbos, Frühjahr 2016

Lesbos -"Das Vogelparadies im östlichen Mittelmeer"

Lesbos, oder auch Lesvos, ist eine griechische Insel in der nordöstlichen Ägäis und liegt nahe der türkischen Küste (9 km kürzeste Entfernung). Sie hat eine Fläche von ungefähr 1.634 km² und zählt rund 86.500 Einwohner. Nach Kreta und Euböa ist sie die drittgrösste Insel.

Eine erstaunliche Vielfalt in Flora, Fauna und Landschaft prägt das Bild der Insel. Obwohl die Landschaft im Westen wüstenhaft wirkt, ist Lesbos eine sehr grüne Insel, denn der Osten und Süden ist stark bewaldet. Bekannt ist die Insel für ihre beeindruckende Vogelfauna, denn im Frühjahr dient Lesbos tausenden Zugvögel als Raststation. Die geografische Lage, die Grösse und die Naturbeschaffenheit der Insel ziehen die Vögel an. Mit Glück können mehr als 180 verschiedene Vogelarten während einer Woche gesichtet werden. Insgesamt wurden schon über 300 Arten beobachtet. Zudem gibt es zahlreiche Reptilien, Amphibien und Säugetiere. Im Frühjahr leuchten grosse Flächen mit Wildblumen, Pfingstrosen, Windröschen und Pimpernellen, seltenere Arten sind Milchstern, Sternklee oder der breitblätterige Stendelwurz. Lesbos ist ebenfalls bekannt für seine Orchideenvielfalt, es gibt ungefähr 100 verschiedene Arten u.a. Bienenragwurz, französisches und italienisches Knabenkraut und und.....

Die Sumpfgebiete, Wasserlöcher, Flüsse, Salzpfannen und Olivenhaine der grossen, fruchtbaren Ebenen rund um den Golf von Kalloni sind der Hotspot für Vogelzugbeobachtungen. Sie bieten ausgezeichnete Voraussetzungen und Lebensräume für Zugvögel. In den Salinen von Kalloni und Skala Polichnitos sind fast ständig Rosa Flamingos, Stelzenläufer, Sichler, Säbelschnäbler und Zwergstrandläufer sowie Sand-, Fluss- und Seeregenpfeifer, Ibisse, Weissstörche, Brachvögel, Reiher und viele Arten mehr zu sehen. Zur Zugzeit kommen viele weitere Arten wie Purpur- und Nachtreiher, Doppelschnepfe, verschiedene Limikolen, Rohrsänger und Seeschwalbenarten usw. hinzu

Im gebirgigeren Westen und Norden der Insel können Felsenkleiber, Steinsperling, Blaumerle, Kappen- und Zaunammer, Isabell- und Balkansteinschmätzer, Chukarhuhn, Türkenammer und Grauortolan erwartet werden. An Greifvögel Eleonoren-, Rotfuss-, Rötel- und Wanderfalke.

Typische Brutvögel in den zahlreichen Olivenhainen sind Rotkopf- und Maskenwürger, Mittelspecht, Kappenammer, Olivenspötter, Maskenwürger und „Mittelmeer-Arten“ wie Wiedehopf, Bienenfresser, Blauracke und Zaunammer und auch südosteuropäische Standvögel wie Trauermeise, Felsenkleiber. Auch zwei hochkarätige asiatische Vogelarten wie Türkenkleiber und Türkenammer, welche in Europa nur auf Lesbos vorkommen, leben hier.

Die gesamte Insel gehört mittlerweile aufgrund seiner geologischen Vielfalt zum Netzwerk der UNESCO Geoparks.

Diese einmalige Naturlandschaft konnten 19 Naturinteressierte in der Zeit vom 21.04. bis 29.04.16 auf verschiedenen Exkursionen und Fahrten kennenlernen. Dabei konnten so seltene Arten wie Schwarzstorch, Schlangenadler, Türkenkleiber, Türkenammer, Blaumerle, Chukarhuhn, Bienenfresser, Zwergohreule und Zwergdommel beobachtet werden. Insgesamt wurden ca. 100 verschiedene Arten beobachtet.

Ein kurze Beschreibung und Ablauf der Reise kann hier gelesen werden.

Neben der Natur konnte aber auch ein tiefer Einblick in die Kultur, Geschichte und Leben der Bevölkerung gewonnen werden, hatten wir doch mit Elsa Englezopoulou eine hervorragende Führerin an allen Tagen, die uns die Insel in all ihren Facetten näher brachte.

Obwohl der Flüchtlingszustrom praktisch gleich null ist, hat die Insel immer noch darunter zu leiden. Zuerst haben die Inselbewohner, obwohl selbst wenig begütert, im Herbst 2015 den vielen Flüchtlingen geholfen, und dieses Jahr bleiben die Gäste aus. Der Einbruch beträgt teilweise über 50% gegenüber den Vorjahren. Viele Hotels, meist alles kleine bis mittlere Familienbetriebe werden eventuell nicht für die Sommersaison aufmachen können. Somit schmälert sich auch für viele andere Betriebe, wie Handwerker, Restaurants, Geschäfte, Bauern die Verdienstmöglichkeiten.

Wer mehr Informationen für eine Reise nach Lesbos ( Vogelbeobachtung, Orchideen, Wanderungen - ca. 230 km ausgeschilderte Wanderwege warten ) wünscht, kann sich über siegfried.hoenisch@vtxmail.ch an mich wenden.

Siegfried Hönisch, im Mai 2016

 

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